Das Senfkorn und die Wahrheit des Leids 🌾

21. August 2026

Liebe Zen-Freundinnen und Zen-Freunde,

als Kisa Gotami ihr einziges Kind verlor, brachte sie vor lauter Schmerz kaum ein Wort heraus. Verzweifelt lief sie zum Buddha und flehte ihn um ein Heilmittel an. Der Buddha versprach, ihr zu helfen, stellte jedoch eine Bedingung: Sie sollte ihm ein einziges Senfkorn aus einem Haus bringen, in dem noch nie jemand gestorben war. Kisa Gotami zog von Haus zu Haus, doch überall hörte sie Geschichten von verstorbenen Großeltern, Ehepartnern, Kindern oder Dienern. Schließlich erkannte sie, dass ihr Schmerz kein isoliertes Schicksal war, sondern die Realität des menschlichen Daseins.

Wenn wir mit Leid, Krankheit oder Vergänglichkeit konfrontiert werden – bei uns selbst oder bei anderen –, verspüren wir oft den starken Impuls, wegzusehen, dem Schmerz auszuweichen oder verzweifelt nach einem Heilmittel zu suchen. Doch genau wie Kisa Gotami erfahren wir erst dann echte Verbundenheit und Widerstandskraft, wenn wir aufhören zu flüchten und dem gegenwärtigen Moment ungeschützt und offen begegnen.

Hierüber schrieb ich diese Woche einen Artikel:

➡️ Dem Leiden auf den Grund

Ich wünsche euch eine schöne Woche.

Herzliche Grüße
🙏 Leonne


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