Glück oder Unglück? Wer weiß das schon! 🐴

03. Juli 2026

Liebe Zen-Freundinnen und Zen-Freunde,

einem alten Bauern lief eines Tages sein einziges Pferd davon. Die Nachbarn kamen herbei und jammerten: „Was für ein schreckliches Unglück!“ Der Bauer zuckte nur die Schultern und sagte: „Unglück? Glück? Wer weiß das schon.“ Am nächsten Tag kehrte das Pferd zurück und brachte eine ganze Herde stolzer Wildpferde mit. Die Nachbarn jubelten: „Was für ein unglaubliches Glück!“ Der Bauer erwiderte ruhig: „Glück? Unglück? Wer weiß das schon.“ Als sein Sohn am nächsten Tag versuchte, eines der Wildpferde zu reiten, stürzte er und brach sich ein Bein. Die Nachbarn klagten erneut: „Was für ein bitteres Unglück!“ Der Bauer sagte wieder: „Wer weiß das schon.“ Kurz darauf brach ein Krieg aus und alle gesunden jungen Männer wurden für die Armee zwangsrekrutiert. Der verletzte Sohn durfte zu Hause bleiben.

Diese alte Geschichte zeigt uns, wie ununterbrochen unser Gehirn damit beschäftigt ist, alles sofort zu bewerten. Wir stecken jede Erfahrung augenblicklich in Schubladen: Sonnenaufgang ist schön, Industriegebiet ist hässlich, Nichtdenken ist Zen. Doch das Leben hält sich selten an diese dualistischen Denkmuster.

Das Im-Moment-Sein wird oft als ein Zustand des Nichtbewertens oder Nichtdenkens gesehen. Ich habe versucht, völlig gedankenlos durch einen schönen Herbstwald zu spazieren, doch ich scheiterte. Als ich das krampfhafte Nichtdenken aufgab, verglich ich zwar immer noch, konnte jedoch durch meine Gedanken hindurchsehen – vorbei an den Kategorien von „schön“ und „unschön“. Das Resultat: tiefe Freude an den unerwartetsten Orten – sogar mitten in einem lauten Gewerbegebiet.

Hierüber schrieb ich diese Woche einen Artikel:

➡️ Erkenntnisse im Hier und Jetzt

Ich wünsche euch eine schöne Woche.

Herzliche Grüße 🙏
Leonne


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