Wie du mit Zen-Meditation unverarbeitete Erfahrungen in Einsichten verwandelst
In der Hektik des Alltags läuft vieles nicht rund. Noch am Feierabend kreisen unsere Gedanken um unerledigte Aufgaben, unbewältigte Konflikte und alles, was wir morgen noch zu erledigen haben. Diese Gedanken belasten uns und rauben uns manchmal sogar den Schlaf. Die Zen-Meditation bietet einen Weg, damit besser umzugehen.
Um diese Wirkung der Zen-Meditation zu erklären, verwenden wir bei Zen-Meditation Berlin eine Bildsprache, die diese besser veranschaulichen kann: Die Gedanken, die uns keine Ruhe geben und immer im Hintergrund anwesend sind, nennen wir „Bubbles“, unverarbeitete Erfahrungen, die uns belasten und wenn wir zu viele davon haben, Stress verursachen. Die Zen-Meditation bietet einen Weg, diese „Bubbles“ zu „Pünktchen“ oder Einsichten zu verarbeiten.

Die Bubble-Metapher: Was sind Bubbles?
Während du in der Meditation jenseits des Alltagsstresses sitzt und dich auf deinen Atem konzentrierst, melden sie sich: deine Bubbles. Plötzlich kommt dir dieses Projekt in Gedanken, das einfach nicht vorankommt. Du fühlst, wie die Sache dich nervt. Oder du denkst an morgen und all die Dinge, die du noch zu erledigen hast. Alles, was dir während der Meditation innerlich ablenkt, nennen wir „Bubbles“ – unverarbeitete Erfahrungen, die während der Meditation an die Oberfläche steigen und unsere Aufmerksamkeit fordern.
Positive Bubbles
Auch positive Erfahrungen können zu Bubbles werden. Du hast zum Beispiel mal ein fantastisches Konzert besucht und kannst jetzt fast kein Konzert mehr genießen, weil dir immer wieder dieses musikalische Spitzenerlebnis in Gedanken kommt, was immer wieder zu einer Enttäuschung im Hier und Jetzt führt.
Auch Erfolge können zu Bubbles werden, wenn du das, was dir einmal zum Erfolg verholfen hat, immer wieder wiederholst, obwohl dieser Trick schon längst nicht mehr funktioniert. Eine solche Bubble verhindert, dass du diesen Moment offen wahrnimmst und bestimmst, was jetzt zu tun ist.
Zukunftsbubbles
Bubbles betreffen nicht nur die Vergangenheit. Auch deine Sorgen, wie es in der Zukunft weitergehen soll, sind Bubbles. Oft verhindern diese Bubbles, dass wir notwendige Entscheidungen treffen, aus Angst, es könnte irgendetwas schiefgehen. Wir verweilen in Beziehungen, die uns nicht guttun oder trauen uns im Gegenteil nicht, Beziehungen zu knüpfen. Wir verharren uns in einer Arbeit, die uns längst nicht mehr interessiert. Zukunftsbubbles verhindern, dass wir weiter wachsen, da wir uns nicht trauen, das Bekannte loszulassen und neue Wege zu gehen.
Urbubbles
Bubbles betreffen oft tieferliegende Erfahrungen: Eine Mobbingerfahrung aus der Schulzeit, die dich bis heute prägt. Oder das Gefühl, den Erwartungen deiner Eltern nie gerecht geworden zu sein. Sie begleiten uns oft über Jahrzehnte und beeinflussen unbewusst unsere Entscheidungen und unser Verhalten.
Diese Urbubbles zu durchschauen und ihren Einfluss zu begrenzen, kann Jahre der Meditation dauern. Aber auf dem Weg dahin haben wir schon viele kleinere Bubbles zu Pünktchen verarbeitet und bietet der Zen-Weg bereits nach einigen Wochen spürbare Erleichterung. Die Verarbeitung der kleineren Bubbles stärkt unsere mentale Kraft und bereitet so den Weg für die Verarbeitung der Urbubbles.
Der Weg von Bubbles zu Pünktchen
Wenn wir meditieren, geben wir unseren Bubbles Raum, um an die Oberfläche zu kommen. Anstatt sie zu verdrängen oder uns von ihnen überwältigen zu lassen, beobachten wir, wie diese Erfahrungen uns beeinflussen, was sie mit uns machen und welche emotionale Ladung sie haben. So können wir sie besser verstehen und durchschauen. Viele kleinere Bubbles lassen sich, einmal erkannt, oft einfach lösen. Größere Bubbles schauen während der Meditation öfter mal vorbei und wir verstehen sie immer besser, bis wir sie völlig durchschaut haben.
Ein persönliches Beispiel
Ich erinnere mich, dass ich eines Tages, als ich mich schon für einen Zen-Kurs angemeldet hatte, jedoch noch nicht meditierte, einen Brief vom Finanzamt in meinem Briefkasten fand. Ich sollte ein Formular zu meinen in diesem Jahr zu erwartenden Einkünften ausfüllen. „Wie soll ich denn wissen, was ich in diesem Jahr noch verdienen werde? Und was, wenn ich eine falsche Einschätzung mache?“ Das Gefühl der Unsicherheit und Angst führte zu einer altbekannten Strategie: Prokrastination. Ich legte das Formular auf meinen Schreibtisch und von da verschwand es irgendwie aus meiner Sicht. Jedoch nicht aus meinen Gedanken, denn als kurz danach mit der Meditation anfing, tauchte es in Form einer Bubble wieder auf.
Nun war die Einsicht, das Pünktchen, ziemlich banal: Ich muss das Formular einfach ausfüllen, dann bin ich diese Bubble los. In der Meditation hatte ich jedoch fast unbemerkt auch meine Unsicherheit und Ängste verarbeitet, die zu meinem Aufschiebeverhalten führten. So konnte ich die naheliegendsten, nicht von Ängsten und Unsicherheiten getrübte Entscheidung treffen.
Durch die achtsame Beobachtung während der Meditation verarbeiten wir nicht nur unsere Emotionen, wir erkennen auch Muster und Zusammenhänge. Wir verstehen manchmal bewusst und oft auch unbewusst, welche Emotionen mit diesen Erfahrungen verbunden sind und wie sie unser Leben beeinflussen.
Die positiven Effekte der Zen-Meditation
Dadurch, dass die Meditation uns hilft, Bubbles zu Pünktchen zu verarbeiten, reduziert sie die Belastung durch die Bubbles und vermehrt unsere Einsichten.
Deswegen spüren Meditierende schon nach einigen Wochen die ersten positiven Effekte:
- sich weniger von Emotionen getrieben fühlen
- ein größeres emotionales Gleichgewicht entwickeln
- klarer denken und bessere Entscheidungen treffen
- tieferliegende Muster und Blockaden erkennen und lösen
Fazit
Zen-Meditation ist eine kraftvolle Praxis, um unverarbeitete Erfahrungen in wertvolle Einsichten zu verwandeln. Indem wir lernen, unsere Bubbles achtsam zu beobachten, ebnen die daraus gewonnenenen Einsichten einen Weg zu einem klareren und ausgeglicheneren Leben.
Ich hoffe, dieser Artikel inspiriert dich dazu, die Zen-Meditation auszuprobieren oder deine bestehende Praxis zu vertiefen. Die Pünktchen, die du dabei findest, können dein Leben auf wunderbare Weise bereichern.

Leonne Boogaarts
Zen-Lehrerin und Gründerin von Zen-Meditation Berlin
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