Ein abgebrochenes Studium, eine Arbeit, die mich nicht erfüllte, Konflikte am Arbeitsplatz, Spannungen in der Beziehung, endloses Grübeln und schlaflose Nächte – ich war wohl kurz vor einem Burn-out, als mir die Schlagzeile „Entspannung durch Zen-Meditation“ ins Auge fiel.

Der Artikel berichtete von einer Zen-Schule in Utrecht (NL), die Einführungskurse in Zen-Meditation anbot, um zu lernen, wie man sich entspannt. Was Zen genau war, wusste ich nicht, aber Entspannung brauchte ich dringend. Also meldete ich mich sofort für den Einführungskurs an.
Obwohl ich einen eher esoterischen Kurs erwartet hatte, war der Unterricht überraschend praxisorientiert. Ich lernte nicht nur, wie Meditieren geht, sondern auch, wie wichtig es ist, klar vor Augen zu haben, was ich mit meinem Leben will, und wie ich durch Rituale und Routinen eine unterstützende Struktur für meinen Alltag schaffe. Das alles half mir, mein Leben wieder im Griff zu bekommen.
Große Effekte durch täglich 2 × 20 Minuten meditieren
Ich kaufte mir ein Meditationskissen und meditierte, wie empfohlen, zweimal zwanzig Minuten täglich. Schon nach einigen Wochen merkte ich, dass ich mich besser entspannen und wieder durchschlafen konnte. Noch wichtiger war aber, dass sich meine Probleme irgendwie von selbst zu lösen schienen. Der Streit am Arbeitsplatz legte sich, die Spannungen in der Beziehung wurden ausdiskutiert und das Grübeln ließ deutlich nach. Nach dem Einführungskurs machte ich auch den Fortgeschrittenenkurs.
Fast unbemerkt hatte mich die Meditation verändert. Ich entwickelte ein feineres Gespür für meine eigenen Bedürfnisse und die der anderen. Ich erkannte Verhaltensmuster, die mir immer wieder Probleme bereiteten, und konnte dank dieser Einsichten anders auf schwierige Situationen reagieren. Ein unerwarteter Nebeneffekt war, dass die Welt um mich herum immer schöner wurde: Ich freute mich über die hübsche Blume auf dem Weg zum Supermarkt, bewunderte den Vollmond aus dem Schlafzimmerfenster und statt mich während einer langen Zugfahrt zu langweilen, genoss ich die vorbeiziehende Landschaft. Die Zen-Meditation gab mir viel Energie. Es fühlte sich an, als würde mir alles leichterfallen und gelingen: Neben meinem Vollzeitjob absolvierte ich mein abgebrochenes Jurastudium und absolvierte parallel eine Übersetzerausbildung. 2001 zog ich nach Berlin und fand dort eine Anstellung als Übersetzerin.
Ein neues Kapitel in Berlin
Als ich 2001 nach Berlin zog, suchte ich Anschluss an eine Zen-Gruppe – und fand eine Lücke. Ich besuchte einige Zen-Gruppen, fand jedoch wenig Zugang zu den Vorträgen der Lehrer, die sich meist auf die Auslegung alter buddhistischer Texte konzentrierten – ohne wirklichen Bezug auf meinen Alltag und meine Lebenswirklichkeit im Hier und Jetzt. Auch der ungezwungene Erfahrungsaustausch mit den anderen Teilnehmenden und die unerwarteten, oft hilfreichen Ratschläge meines Lehrers zur Bewältigung von Alltagsproblemen fehlten mir.
In meinem Freundes- und Bekanntenkreis begegnete ich immer wieder Menschen, die mit einer bestimmten Lebenssituation haderten. Gerne hätte ich ihnen einen modernen Zen-Kurs empfohlen. Doch ich kannte in Berlin keine Zen-Schule, die die Methoden und Einsichten des Zen-Buddhismus so gut an die Bedürfnisse der Menschen in einer modernen westlichen Gesellschaft anpasste wie Zen.nl. Leider reicht es nicht aus, jemandem kurz zu erklären, wie man meditiert. Es braucht regelmäßiges Training und die Unterstützung einer Zen-Gruppe unter der Anleitung einer Lehrerin, die auch dann weiterhilft, wenn der Zen-Weg mal steinig wird, um eine nachhaltige Wirkung zu erzielen. Es war klar: Berlin brauchte eine moderne Zen-Schule.
Die Gründung von Zen-Meditation Berlin
Inzwischen hatte ich jahrzehntelanges Zen-Training bei Zen.nl absolviert und war überzeugt, dass die dort praktizierte Methode das Potenzial hat, das Leben von Menschen nachhaltig positiv zu verändern. Mir wurde klar, dass ich diejenige war, die das Bedürfnis nach einer modernen Zen-Schule in Berlin erfüllen konnte – auch wenn ich mich zunächst an diesen Gedanken gewöhnen musste.
Nach einiger Überlegung entschloss ich mich, die Ausbildung zur Zen-Lehrerin bei Zen.nl zu beginnen und eine eigene Zen-Schule in Berlin zu gründen. Im Oktober 2023 legte ich erfolgreich die Prüfung ab, und seit Februar 2024 biete ich nun Zen-Meditationskurse in Berlin an. Dabei werde ich von meinen Weggefährten bei Zen.nl und meinem langjährigen Lehrer Rients Ritskes unterstützt.

Meine Inspirationen für dich: Zenblog, Zenletter und Zenkurs
In meinem wöchentlichen Zenblog erscheinen wöchentlich Artikel, in denen ich beschreibe, was Zen für meinen Alltag bedeutet. Es ist das lebendige Logbuch meiner Entdeckungsreise und eine Einladung an dich, deinen eigenen Weg zu finden.
Inspiration & Zen-Impulse für deinen Alltag
Abonniere den Zenletter und erhalte jeden Freitag eine kurze Zen-Anekdote und erfahre, wie sich alte Weisheit mit dem modernen Leben verbindet – inklusive Direktlink zum neuesten Blogbeitrag.
Wohnst du in Berlin?
Lerne die Praxis und Wirkung im nächsten Einführungskurs unverbindlich kennen – inklusive kostenloser Probestunde.
