Wir leben in einer Welt, die Nutzen über alles stellt. Doch was, wenn gerade das Nutzlose den größten Wert besitzt? Eine alte taoistische Anekdote gibt die Antwort.
7. November 2025
Liebe Zen-Freundinnen und Zen-Freunde,
aus den Schriften des taoistischen Philosophen Zhuangzi stammt folgende Anekdote:
Ein Zimmermann und sein Lehrling trafen im Wald auf eine riesige, uralte Eiche. Der Lehrling war tief beeindruckt: „Meister, was für ein prächtiger Baum! Das muss das beste Holz sein, das es gibt.“ Der Zimmermann schüttelte den Kopf und ging weiter. „Fass diesen Baum nicht an“, sagte er. „Es ist ein vollkommen nutzloser Baum. Schau genau hin. Seine Äste sind zu knorrig und gedreht, um Bretter daraus zu sägen. Sein Stamm ist zu ungleichmäßig für Balken. Es ist ein Baum, der keinem Zweck dient. Und genau weil er nutzlos ist, konnte er so alt und groß werden. Wäre er nützlich gewesen, wäre er längst gefällt worden.“
Genau wie der Lehrling sind wir darauf fixiert, in allem einen unmittelbaren Nutzen zu suchen. Dabei übersehen wir oft den großen Wert des scheinbar Nutzlosen. In dem Artikel, den ich diese Woche schrieb, handelt es sich auch um das scheinbar Nutzlose: Zeit, in der wir nicht produktiv sein können, weil wir zum Beispiel auf etwas warten müssen. Diese Zeit ist jedoch von unschätzbarem Wert: Es ist der Raum, in dem wir uns erholen können, in dem unser Gehirn den Input verarbeiten und neue Verbindungen schaffen kann. Das scheinbar Nutzlose schafft die Grundlage für neue Ideen, Kreativität und echtes Wachstum, wie auch der nutzlose Baum seine volle Pracht zeigt.
Hier geht es zum Artikel: Zenvolles Zeitmanagement: Sofort mehr Ruhe im stressigen Alltag gewinnen
Ich wünsche euch eine schöne Woche.
🙏 Herzliche Grüße
Leonne
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