Der Junge wirkte wie ein Dieb – bis die vermisste Axt wieder auftauchte. Liezi lehrt uns: Wir sehen oft nicht die Realität, sondern den Spiegel unserer eigenen Gedanken.
28. November 2025
Liebe Zen-Freundinnen und Zen-Freunde,
der taoistische Meister Liezi erzählt die Geschichte von einem Mann, der den Sohn seines Nachbarn verdächtigte, seine Axt gestohlen zu haben. Von diesem Gedanken geleitet, beobachtete er den Jungen genau: Er lief wie ein Dieb, er redete wie ein Dieb – jede Geste schien ihn zu verraten. Kurze Zeit später fand der Mann seine Axt wieder; er hatte sie beim Holzhacken schlicht in seiner Scheune vergessen. Als er dem Nachbarsjungen am nächsten Tag begegnete, merkte er plötzlich: Der Junge lief und sprach gar nicht wie ein Dieb, sondern wie ein ganz normales Kind.
Diese alte Geschichte zeigt uns, dass unsere Wahrnehmung von dem geprägt ist, was wir denken. Wir sehen nie die nackte Wirklichkeit, sondern blicken durch den Filter unserer eigenen Vorstellungen und Vorurteile. In der Zen-Meditation üben wir, diesen Filter zu erkennen und durchlässiger zu machen.
Auch unser Glaube an feste Kausalitäten – dass A zwingend zu B führen muss – ist eine solche Geschichte. Eine Geschichte, die oft funktioniert und uns weiterbringt, aber auch trügerisch sein kann. In meinem neuen Artikel lade ich dich zu einem Perspektivwechsel ein, der unseren Blick weitet und zu einer überraschenden Freiheit und Ruhe im Umgang mit den Herausforderungen des Alltags führen kann.
➡️ Hier geht es zum Artikel: Die Magie zwischen Ursache und Wirkung
Ich wünsche euch eine schöne und besinnliche erste Adventswoche.
Herzliche Grüße
Leonne
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