Wer auf das Ziel starrt, hat nur ein Auge für den Weg.Warum falscher Ehrgeiz uns bremst und wie wir das Loslassen üben
2. Januar 2026
Liebe Zen-Freundinnen und Zen-Freunde,
einst kam der junge Matajuro Yagyu zum berühmten Meister Banzo, um die Schwertkunst zu erlernen. „Wie lange wird es dauern, bis ich ein Meister bin?“, fragte er ungeduldig. „Zehn Jahre“, antwortete Banzo. Matajuro, voller ehrgeizigem Tatendrang, hakte nach: „Aber wenn ich mich doppelt so sehr anstrenge und Tag und Nacht übe?“ Der Meister seufzte: „Dann dauert es dreißig Jahre.“ Als Matajuro verblüfft fragte, warum mehr Anstrengung zu mehr Zeit führe, erklärte der Meister: „Solange du ein Auge fest auf das Ziel gerichtet hältst, hast du nur noch eines für den Weg übrig.“
Dieser klassische Dialog erinnert daran, wie sehr der Wunsch nach einem guten Ergebnis uns oft im Weg steht – sei es beim Schwertkampf oder im Alltag. In meinem neuen Artikel beschreibe ich, wie der Ehrgeiz, ein „schönes“ Ensō zu malen (oder ein Lob zu erhalten), oft genau das Gegenteil bewirkt.
Schwertkunst oder Ensō-Malen: Die Botschaft des Zen ist, den Pinsel immer wieder neu anzusetzen und sich dabei nicht davon ablenken zu lassen, was am Ende dabei herauskommt.
Hier geht es zum Artikel: Ensōs malen – der Zenweg aus dem Perfektionismus
Für das neue Jahr wünsche ich euch den Mut, den Pinsel immer wieder neu anzusetzen – ganz gleich, wie das Ergebnis aussieht.
🙏 Herzliche Grüße
Leonne
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