Kyūdō (弓道), wörtlich „der Weg des Bogens“, ist eine der ältesten traditionellen japanischen Budo-Künste.

Während im westlichen Bogenschießen das Treffen des Ziels im Vordergrund steht, betrachtet man im Kyūdō den Schuss als unmittelbaren Spiegel der eigenen geistigen Verfassung.
Für Zen-Übende ist Kyūdō besonders interessant, da es oft als eine Form von bewegtem Zazen betrachtet wird. Wo wir beim Zazen in der Stille sitzen, üben wir im Kyudo die gleiche Achtsamkeit in der dynamischen Spannung des Bogens. Es geht nicht darum, das Ziel mit Willenskraft zu zwingen, sondern eine Einheit von Körper, Geist und Bogen herzustellen.
Der Schuss löst sich idealerweise nicht durch krampfhaftes Ziehen, sondern im Zustand von Mushin – einem Geist, der frei von Absicht und Berechnung ist. Die Kraft für das Spannen des Bogens kommt dabei nicht aus den Schultermuskeln, sondern entspringt dem Hara, dem energetischen Zentrum im Unterbauch. In diesem Sinne ist Kyudo, wie alle Zen-Künste, ein Do: ein Weg der lebenslangen Übung, bei dem das Treffen der Scheibe nicht das Ziel, sondern lediglich das natürliche Ergebnis der korrekten Haltung ist.
Lies in diesen Artikeln, wie die Lehre des Kyūdō deinen Alltag bereichern kann – ganz ohne Bogen:


